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Nackte frauen bei der arbeit

Ich mache gerade Ferienarbeit in einer Autowerkstatt von einem Autohaus. Dort hängen in der Umkleide zwei und im Pausenraum ein Kalender mit nackten Frauen. Ist das ein Klischee oder sieht man das oft?

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Vanessa Beecrofts Performances sind Paraden militärisch geordneter Schönheit, in die etwas Unkontrollierbares einbricht. Die Modelle scheren nach einer Weile aus den strengen Vorgaben der Künstlerin aus. Sie beginnen, die vorgegeben, starren Positionen zu verlassen, um sich auszuruhen. Erschöpfung, Desorganisation und Vergänglichkeit sind Teil des Beecroftschen Schönheitssystems.

Name: Riva
Alter: 31

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ZEIT ONLINE: Als wir bei ZEIT ONLINE Frauen nach sexistischen Bemerkungen am Arbeitsplatz fragtenwusste so gut wie jede von ihnen etwas zu berichten. Sollte sich im Jahrvier Jahre nach der Aufschrei-Debatte, nicht einiges in Deutschland getan haben? Charlotte Diehl: Genau diese Annahme ist gefährlich. Frauen in Deutschland wachsen mit der Vorstellung auf, dass sie in einer gleichberechtigten Gesellschaft leben.

Und wenn sie das Gegenteil erleben, glauben sie, sie seien selbst schuld. Sie denken: Ich habe mich falsch angezogen.

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Oder: Vielleicht bin ich zu dünnhäutig. Aber es geht hier nicht um Einzelfälle. In einer EU-weiten Studie von gaben 33 Prozent der befragten deutschen Frauen an, sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz erlebt zu haben — das waren mehr als im EU-Schnitt. ZEIT ONLINE: "Wann hatten sie das letzte Mal Sex?

Diehl: Ja. Laut dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz handelt es sich bei jedem unerwünschten sexuellen Verhalten, das die Würde einer Person verletzt, um sexuelle Belästigung. Das können Berührungen und Blicke sein, aber auch Worte. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, seine Mitarbeiter zu schützen. Gegen Nackt-Kalender am Arbeitsplatz kann man sich rechtlich wehren, genauso wie gegen sexuelle Bemerkungen. ZEIT ONLINE: Und was ist mit Sprüchen, die nicht sexuell aufgeladen sind? Diehl: Es ist schwer, gegen einen einzelnen Spruch rechtlich vorzugehen.

Aber wenn sie sich häufen, und einen an der Arbeit hindern, ohne dass der Arbeitgeber etwas unternimmt, kann man sich ebenfalls auf das Gleichbehandlungsgesetz berufen. Dort steht unter anderem auch, dass man niemanden aufgrund seines Geschlechts benachteiligen darf. Die Sprüche, die Sie nennen, fallen unter Sexismus. Mit einem Menschen werden Eigenschaften verknüpft oder ihm werden Kompetenzen abgesprochen, nur weil jemand eine Frau oder ein Mann ist. Sexismus kann feindselig sein — aber auch wohlwollend. Diehl: Feindselig wäre der erste Fall: Ein Professor unterstellt, dass Frauen fachlich weniger drauf haben.

Wohlwollender Sexismus wäre der Bühnen-Spruch. Aber gleichzeitig zeigt er, dass er die Frau auf ihre Rolle als hübsches Beiwerk reduziert. Wohlwollender Sexismus beruht auf der Überzeugung, dass Frauen das schöne, sanfte Geschlecht sind, das Männer beschützen und versorgen müssen.

Von den weiblichen Arbeitskräften wird erwartet, dass sie die fürsorgliche, warme Rolle einnehmen.

Klischee, dass in autowerkstätten kalender mit nackten frauen hängen?

Das ist keine gute Ausgangslage, wenn die Geschlechter auf gleicher Augenhöhe miteinander arbeiten sollen. Mit sexueller Belästigung und solchen problematischen Rollenerwartungen haben übrigens auch Männer zu kämpfen. ZEIT ONLINE: Wenn Betroffene sich bei Kollegen beschweren, bekommen sie oft zu hören: "War doch nur ein dummer Spruch. Diehl: Sexistische Sätze sind mehr als dumme Sprüche. Sie vergiften das Arbeitsklima und bleiben im im Kopf hängen. So wirken sie sich unbewusst auf unsere Entscheidungen aus.

Kalender darf ich erotik-kalender am arbeitsplatz aufhängen?

Zum Beispiel bei Personalern, die "aus Bauchgefühl" lieber einen Mann einstellen. Oder bei Frauen, die sich dann doch gegen eine Führungsposition entscheiden. Woran Arbeitgeber meistens nicht denken: Ihre Firmen leiden ökonomisch unter Sexismus im Betrieb. Einerseits, weil solch ein Klima sich rumspricht und gute Bewerberinnen abschreckt. Und weil Frauen, die oft Sexismus am Arbeitsplatz erleben, weniger motiviert und häufiger krank sind.

Im schlimmsten Fall kündigen sie sogar. ZEIT ONLINE: Die Organisationspsycho Marianne Schär Moser geht davon aus, dass ein Fall von sexueller Belästigung das Unternehmen so viel kosten kann wie ein ganzes Jahresgehalt. Diehl: Die Verluste sind schwer in Zahlen zu fassen — aber sie sind unbestreitbar. Eine Studie in den USA zeigt zum Beispiel, dass Menschen, die sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz erleben, häufiger Hausärzte, Psychologen oder andere Therapeuten in Anspruch nehmen müssen.

Andere Untersuchungen bringen sexuelle Belästigung bei Berufstätigen mit Essstörungen in Verbindung. Wo Macht ist, gibt es deren Ausnutzung, z. Je mehr Frauen Machpositionen erobern, desto mehr sind sie nicht mehr Opfer, sondern Täterinnen. Das sollte man schon heute nicht verdrängen. Das denke ich, ist der wesentliche Punkt.

Es geht vor allem um Macht, ganz unabhängig vom Geschlecht. Auf der anderen Seite: Kommunikation zwischen den Geschlechtern ist aus meiner Sicht immer ein Stück weit "sexistisch". Das geht schon unterbewusst los beim ersten Blickkontakt. Männer wie Frauen haben von Natur aus unterbewusste Mechanismen, wo sie z. B zuerst hinsehen. Körpersprache ganz genauso.

Das ist ein unterbewusstes "Spiel" zwischen den Geschlechtern, egal ob es sich um einen Flirt handelt oder eine neutrale Arbeitssituation. Das ist sozusagen biologisch "hartverdrahtet".

Wenn man Sexismus komplett eliminieren will, muss man das Geschlecht des anderen "in der eigenen Wahrnehmung" komplett eliminieren. Das ist fast unmöglich, geht aber mit etwas Übung tatsächlich. Interessant sind in dem Fall die Reaktionen darauf: Viele sind irritiert, weil man in dem Fall die natürlichen unterbewussten Kommunikationsmechanismen unterbricht bzw.

Sexistische Sprüche vergiften nicht nur das Arbeitsklima, sagt die Sozialpsycho Charlotte Diehl.

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