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Mord varel

Ein jähriges Mädchen aus Varel soll ihre Mutter ermordet haben. Bundesweit erregt der Fall Aufsehen. Das liegt auch daran, dass Muttermorde sehr selten sind - und oft besonders rätselhaft.

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Ein Jähriger tötete seine Stiefmutter und seinen Bruder, er verletzte zudem seine Schwester schwer. Ihr wird vorgeworfen, gemeinsam mit ihrem ein Jahr älteren Freund am Muttertag des vergangenen Jahres ihre Mutter getötet zu haben. Das Urteil soll in der kommenden Woche gesprochen werden.

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Quelle: Anzeiger für Harlingerland Inga Mennen.

Varel: mutter getötet - jährige tochter unter mordverdacht in haft

Hans-Jürgen Bremer rollt einen alten Mordfall wieder auf: Rolf D. Januar ein zehnjähriges Mädchen in Varel. Im Dezember wurde der Mörder verurteilt. Bereits sechs Tage nach der Tat konnte er gefasst werden.

Januar Ein Tag, an dem das Leben eines zehnjährigen Kindes auf grausame Art beendet wurde. Ein Tag, den die Vareler Familie niemals vergessen wird. Ein Tag aber auch, an dem sich zeigte, wie effektiv die Polizei arbeitet, um einen Mörder dingfest zu machen. Es war dem Zufall geschuldet, dass an jenem Donnerstag sich die Wege des Mädchens und des später verurteilten Mörders Rolf D. Bei weitem kein Zufall war es aber, dass nach nur weiteren sechs Tagen der Täter gefasst wurde. Er war damals stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Friesland.

Sein Chef war zur Tatzeit im Urlaub. Somit war der damalige Polizeioberrat gesamtverantwortlich für den Fall, der ganz Deutschland und zumindest auch das benachbarte europäische Ausland bewegte. In den Medien erfuhr der Fall eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit. Januar ging um kurz vor 19 Uhr ein Anruf besorgter Eltern bei der Polizei in Varel ein. Deren Tochter, die eigentlich schon seit einer Stunde hätte zu Hause sein müssen, war noch nicht angekommen. In der Nähe des Hauses wurden ein Fahrrad, Pfefferspray und ein Handschuh gefunden.

Schnell war den Ermittlern klar, dass sie es offensichtlich mit einer Entführung zu tun hatten, zumal das Rad vermutlich absichtlich angefahren worden war.

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Der Fundort lag in der Nähe der Autobahn. Spürhunde wurden eingesetzt genauso wie die örtliche Feuerwehrdie sich noch am selben Abend an der Suchaktion beteiligte. Später sollte es die Tochter eines Feuerwehrmannes sein, die mit ihrer Freundin die ersten ganz entscheidenden Hinweise zur Ergreifung des Täters geben konnte. Um 20 Uhr wurden die Leitstellen im Nordwesten informiert, um regional zu fahnden.

Es gab einen Zeugen, der einen Wagen in der Nähe des Fundortes des Rades gesehen hatte. Er erkannte Fragmente des Nummernschildes, die ersten Buchstaben WW und die letzten Ziffern In Varel sprach sich die Suchaktion schnell herum. Eltern reagierten ängstlich und um kurz nach 21 Uhr traf der erste Anruf bei der Polizei ein. Dies war eine von vielen leeren Spuren, der nachgegangen wurde, die aber im Nichts verliefen. Die Spreu musste vom Weizen getrennt werden, unzählige Spurenakten füllten sich.

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Tausende von Hinweisen gab es, zumal die Medien schnell Wind von der Sache bekamen. Nicht alle hielten sich an die Spielregeln, sie versuchten auf unangemessene Weise Kontakt mit der Familie aufzunehmen. Die aber wurde rund um die Uhr von Polizisten betreut, bei jedem Schritt eingebunden und aus erster Hand über wichtige Ermittlungsfortschritte informiert. Um 22 Uhr wurden die Taxiunternehmen unterrichtet, auch von dort gab es eine Spur, die sich aber als nicht relevant erwies.

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Am späten Abend des 9. Noch in der Nacht wurden weitere Beamte informiert, um beim sogenannten Klinkenputzen zu helfen — mitten in der Nacht. Der erste Gedanke, ein Mädchen sei entführt worden, festigte sich bei den Ermittlern. Andere Dienststellen wurden um Hilfe gebeten. Alle fassten an, um so schnell wie möglich das Mädchen zu finden. Nach dem BMW, der in Nordrhein-Westfalen als gestohlen gemeldet war, wurde nun deutschlandweit gesucht. Bereits am nächsten Morgen berichteten die Medien: Verdacht auf Entführung.

Lokal, regional und deutschlandweit machte die Suche Schlagzeilen. Die Beamten mussten damit rechnen, dass der Täter nicht aus Varel kam. Noch mehr Hinweise gingen bei der Polizei ein.

Das Fahrzeug mit dem Kennzeichen wurde nun fast zeitgleich in Bensersiel und am Bodensee gesehen. Allein das Frankfurter Kreuz wurde dreimal gesperrt, weil Zeugenhinweise auf das Auto vorlagen. In Nordrhein-Westfalen behauptete ein Mann, er sei aus eben diesem Wagen heraus beschossen worden — alles Hirngespinste. Die Polizei und Deutschland suchten nun nach dem Phantom im BMW. Dieser Vertrauensbeweis hat der Arbeit sehr gut getan. Der persönliche Austausch mit allen beteiligten Ermittlern war in Zeiten, in denen die digitale Arbeit noch weit von heutigen Standards entfernt war, von ganz besonderer Bedeutung.

Eine Beziehungstat konnte nicht von vornherein ausgeschlossen werden, aber aufgrund der Auffindesituation des beschädigten Fahrrades gingen die Ermittler schnell davon aus, dass sich Täter und Opfer nicht kannten. Medien fragten ständig nach, wollten wissen, wie der aktuelle Stand der Ermittlungen war; nicht immer einfach für die Polizisten, die wirklich alle Hände voll zu tun hatten.

Am Abend des Freitages, Januarmachte ein älteres Paar beim Spazieren gehen in einem Waldstück nahe des Flughafen bei Schiphol in den Niederlanden einen grausamen Fund: Es entdeckte den toten Mädchenkörper. Aufgrund der Beschreibung der Kleidung wurde schnell vermutet, dass es sich um die vermisste Varelerin handeln könnte.

Was heute selbstverständlich im Rahmen grenzüberschreitender Polizeiarbeit ist, war noch nicht möglich. Ein bürokratisch aufwendiges formales Rechtshilfeersuchen musste gestellt werden. Nicht einfach am späten Abend — zumal das Wochenende kurz bevor stand. Ein Vareler Kollege fuhr dann in seiner privaten Zeit mit einem Oldenburger Gerichtsmediziner und einem Verwandten des Opfers in die Niederlande.

Die schlimmsten Befürchtungen wurden zur Gewissheit — das tote Mädchen wurde als die Zehnjährige aus Varel identifiziert.

Das Opfer wurde obduziert. An der Toten gab es nun viele weitere Spuren: Fasern, Zellen, DNA. Doch weder der Fundort des Mädchens noch des Rades konnten Tatort sein. Parallel sollte es einen entscheidenden Hinweis in Varel geben. Ein an der Suche beteiligter Feuerwehrmann erzählte seiner Tochter von dem Fall. Das Kind schaltete schnell und erinnerte sich an einen Mann, den sie mit ihrer Freundin in Varel gesehen hatte.

Er hatte sie aus einem Auto heraus beobachtet und war dann auch ausgestiegen und auf sie zugelaufen. Den Mädchen wurde das unheimlich, sie trennten sich und gingen nach Hause. Ähnlichkeiten zur Toten waren offensichtlich. Die Kinder machten eine Zeugenaussage, sie konnten den Mann bis ins Detail beschreiben und so entstand ein Phantombild, das fast einem Foto des Täters glich.

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Sie hatten den Wagen gesehen und genauestens beschrieben. Nun hatten die Polizisten Greifbares und die Gewissheit — der BMW stand nie in Zusammenhang mit der Tat. Das Phantombild, das vom Zeichner des Landeskriminalamtes nach der Beschreibung der Kinder angefertigt wurde, wurde von der Mordkommission veröffentlicht und in der Bild am Sonntag gedruckt. Nun sollte es zu dem zweiten entscheidenden Hinweis kommen.

Den Zeugenaufruf sahen unabhängig voneinander zwei Bundesgrenzschutzbeamte.

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Mehrere Minuten versuchten sie beide, sich gegenseitig anzurufen, ständig war bei dem anderen besetzt, denn beide hatten denselben Gedanken. Den Mann und das Auto hatten sie vor ein paar Tagen gesehen, ihn bei einer Kontrolle am Übergang Kupfermühle an der dänischen Grenze kontrolliert, weil er keinen Führerschein vorzeigen konnte. Die Beamten hatten daher die Personalien festgehalten.

Später stellte sich heraus, dass der Täter als Drogenkurier zwischen den Niederlanden und Dänemark tätig war. Die Aussagen der Mädchen und der Grenzbeamten bewertet Bremer als Schlüssel zum Erfolg, denn nun hatten die Beamten endlich einen Namen — Rolf D. Das ergab eine Halterabfrage von Mazdas Xedos mit entsprechender Kennzeichenkombination.

Was fehlte, war die Verbindung zur Tat. Da half die DNA nicht viel weiter, denn Rolf D.